Welche Bahncard ist die Richtige für mich?

Die Bahncard gibt es bereits seit 1992. Seitdem ist sie nicht mehr aus dem Angebot der Deutschen Bahn wegzudenken. Etwa 5 Millionen Zuggäste besaßen diese Rabattkarte im Jahr 2022 – nicht ohne Grund: Mit einer Bahncard lässt sich bares Geld sparen.

Doch welche Bahncard ist die richtige? Dies hängt vor allem davon ab, wie oft und mit welchen Zügen Sie fahren. Im folgenden Artikel vergleichen wir alle Bahncards und beleuchten Vorteile, Nachteile und Alternativen.

Welche Bahncard ist die richtige für mich

Wie funktioniert die Bahncard?

Die Deutsche Bahn bietet seit 2003 die Bahncard in verschiedenen Varianten an, um Kunden Rabatte auf Zugtickets zu gewähren. Der größte Unterschied zwischen den Varianten liegt im gewährten Preisnachlass:

  • Bahncard 25: Ermöglicht 25 % Rabatt auf Zugtickets.
  • Bahncard 50: Ermöglicht 50 % Rabatt auf Zugtickets.
  • Bahncard 100: Erlaubt unbegrenzt viele kostenlose Zugfahrten im Jahr.

Größter Unterschied ist der Preisnachlass. Mit der Bahncard 25 sparen Gäste 25 % auf Zugtickets. Mit der Bahncard 50 sind es 50 %. Die Bahncard 100 wiederum erlaubt unbegrenzt viele kostenlose Zugfahrten im Jahr.

Alle Bahncards sind auf Wunsch für die zweite oder erste Klasse verfügbar. Darüber hinaus existieren vergünstigte Angebote für Jugendliche, Senioren und Menschen mit Beeinträchtigung.

Wer sich nicht für 12 Monate festlegen möchte, kann Probe-Bahncards kaufen. Diese kosten etwa die Hälfte und sind 3 Monate gültig.

Die Bahncards gibt es seit 2024 nur noch als digitales Produkt. Das heißt, nach der Registrierung und Bezahlung können Sie die Karte herunterladen oder in der DB Navigator-App verwalten. Davon ausgenommen ist die Bahncard 100. Sie steht weiterhin als physisches Produkt zur Verfügung.

In jedem Fall sollten Sie die Kündigungsfrist beachten. Werden Bahncards nicht 4 Wochen vor Ende der Laufzeit gekündigt, verlängert sich das Abo um ein weiteres Jahr. Eine Ausnahme ist die Bahncard 100. Sie läuft nach einem Jahr automatisch aus.

Was ist die Bahncard 25?

Die Bahncard 25 ist die günstigste Variante. Wie ihr Name schon sagt, bietet sie 25 % Rabatt auf Flex- und Sparpreise. Für die Karte selbst fallen 62,90 Euro (2. Klasse) bzw. 125 Euro (1. Klasse) an. Die Bahncard 25 lohnt sich vor allem für Reisende, die gelegentlich mit dem Zug fahren. Konkret sparen Sie Geld, wenn Sie pro Jahr mindestens 251 Euro – bzw. 500 Euro in der ersten Klasse – für Zugtickets ausgeben.

Was ist die Bahncard 50?

Die Bahncard 50 kostet 240 Euro in der zweiten und 492 Euro in der ersten Klasse. Besitzer erhalten 50 % Rabatt auf Tickets. Rechnerisch gesehen lohnt sich diese Bahncard, wenn die jährlichen Ticketkosten 480 Euro (bzw. 984 Euro in der 1. Klasse) übersteigen.

Beachten Sie jedoch: Der 50-prozentige Preisnachlass gilt nur für Flexpreise. Bei Spar-Angeboten des Fernverkehrs reduziert er sich auf 25 %. Wer oft günstige ICE-Tickets kauft, ist mit der Bahncard 25 evtl. besser beraten.

Was ist die Bahncard 100?

Mit der Bahncard 100 nutzen Sie alle Züge der Deutschen Bahn kostenlos. Die Rabattkarte kostet 4.899 Euro in der zweiten und 7.999 Euro in der ersten Klasse. Es handelt sich um die teuerste Bahncard – aber auch die komfortabelste. Tickets zu kaufen und ggf. zu stornieren, ist damit nicht nötig. Stattdessen zeigen Sie einfach Ihre Bahncard 100 bei der Kontrolle vor. Dies spart viel Zeit.

Für wen lohnt sich welche Bahncard? Beispiele aus der Praxis

Welche Bahncard die richtige ist, hängt vor allem vom Nutzungsverhalten ab. Dieses kann sehr individuell sein. Darum stellen wir im Folgenden zwei fiktive Zuggäste vor – zusammen mit der empfohlenen Bahncard.

Lisa, die Wochenend-Fahrerin

Lisa wohnt in Berlin und führt eine Fernbeziehung. Sie besucht zweimal pro Monat ihren Freund in Hamburg. Da Lisa immer frühzeitig bucht und sich auf einen bestimmten Zug festlegt (Zugbindung), kann sie die günstigen ICE-Spartickets nutzen. Eine Einzelfahrt kostet sie 55 Euro. Pro Jahr zahlt Lisa also 2.640 Euro.

In ihrem Fall stellt eine Bahncard 25 die günstigste Option dar. Lisa könnte damit 597 Euro im Jahr sparen. Die Bahncard 50 bietet zwar mehr Rabatt. Doch diese Karte ist mit höheren Kosten verbunden. Der Rabatt auf Sparpreise fällt identisch zur Bahncard 25 aus. Eine Bahncard 50 lohnt sich daher nicht.

Anders sähe es aus, wenn Lisa Flex-Tickets kaufen würde – etwa, um die Zugbindung zu vermeiden. Sie müsste dann etwa 84 Euro statt 55 Euro zahlen. In diesem Fall rechtfertigt der höhere Ticketpreis die Bahncard 50. Damit könnte Lisa jährlich mehr als 800 Euro sparen.

Zeitkarten empfehlen sich nicht, da Lisa nur zweimal pro Monat nach Hamburg fährt. Auch ein Deutschland-Ticket ist für sie keine Option. Dieses berechtigt nur zu Fahrten mit dem Nahverkehr.

Max, der regelmäßige Pendler

Max pendelt berufsbedingt 5-mal pro Woche von Düsseldorf nach Köln. Er nutzt dafür Flexpreis-Tickets des Fernverkehrs und zahlt 18 Euro für eine Einzelfahrt, was pro Jahr 9.360 Euro ergibt. Mit einer Bahncard 25 würde Max 2.277 Euro sparen.

Noch günstiger wäre die Bahncard 50. Da der Rabatt von 50 % für Flex-Preise zum Tragen kommt, müsste Max 4.600 Euro weniger zahlen. Auch die Bahncard 100 wäre eine Überlegung wert. Zwar würde Max damit 139 Euro mehr ausgeben. Doch diese Bahncard ermöglicht kostenlose Fahrten in so gut wie allen Nahverkehrs-Bunden – also auch dort, wo Bahncard 25 und 50 evtl. nicht gelten.

Doch sind Bahncards für regelmäßige Pendler wie Max ideal? Nicht unbedingt. Wenn Max täglich dieselbe Strecke fährt, kommt auch eine Jahreskarte infrage. Diese würde in unserem Beispiel (Düsseldorf-Köln) 2.161 Euro kosten. Max könnte im Vergleich zur Bahncard 50 ganze 2.600 Euro sparen.

Nehmen wir dagegen an, dass Max nur den öffentlichen Nahverkehr nutzt. Dann werden alle drei Optionen vom Deutschland-Ticket übertroffen. Dieses Ticket kostet pro Jahr nur 756 Euro. Allerdings müsste er Fahrten mit dem ICE in voller Höhe zahlen.

Muss ich für den neuen Anschlusszug ein Ticket kaufen?

Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, welches Ticket sie ursprünglich gekauft haben.

Lohnt sich eine Probe-Bahncard?

Nicht alle Zuggäste möchten sich 12 Monate an eine Rabattkarte binden. Genau für diese Zielgruppe gibt es die Probe-Bahncards. Sie bieten dieselben Konditionen wie reguläre Bahncards, sind jedoch nur 3 Monate gültig.

Beachten Sie: Im Vergleich zu regulären Bahncards fallen die Kosten pro Monat etwa 10 % höher aus. Wer sich langfristig festlegt, spart also Geld.

Probe-Bahncards müssen mindestens 4 Wochen vor Ende der Laufzeit gekündigt werden. Ansonsten gehen sie automatisch in ein 12-monatiges Abonnement über. Eine Ausnahme ist die Probe-Bahncard 100. Sie verlängert sich nach 3 Monaten nicht.