Die Kombination aus Bahn- und Radreisen wird in Deutschland immer beliebter – sowohl bei Pendlern als auch bei Touristen. Doch die Fahrradmitnahme im Zug ist nicht immer selbsterklärend: Je nach Zugtyp, Verkehrsverbund und Zielregion gelten unterschiedliche Regeln und Preise. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie 2025 zur Fahrradmitnahme im Zug wissen müssen – von aktuellen Vorschriften über Buchungstipps bis zu praktischen Hinweisen für barrierefreies Reisen.
Wer sein Fahrrad im Zug mitnehmen möchte, muss je nach Verkehrstyp unterschiedliche Vorschriften beachten.
Deshalb sorgt die Reservierungspflicht im Fernverkehr nicht nur für Ordnung, sondern ermöglicht auch eine sichere und komfortable Beförderung. Wer beispielsweise mit einem ICE von München nach Hamburg fährt, kann seinen Fahrradplatz bereits Monate im Voraus sichern. Die Stellplätze sind oft mit Haltebügeln und Gurten ausgestattet, sodass das Rad während der Fahrt stabil bleibt. Besonders für E-Bike-Besitzer ist dies relevant, da die schweren Räder sicher fixiert werden müssen. Außerdem bieten einige Züge digitale Anzeigen im Wagen, die den Status der reservierten Plätze zeigen.
Rad und Bahn sind zentrale Bausteine für eine klimafreundliche Mobilität. Die neuen EU-Vorgaben sichern den Platz für Fahrräder auch im Fernverkehr dauerhaft.
— Bundesverkehrsministerium
Folglich lohnt es sich im Nahverkehr, die Tarifbestimmungen des jeweiligen Verkehrsverbunds genau zu prüfen. In Regionen wie Bayern ist die Fahrradmitnahme in vielen Zügen ganztägig kostenlos, während in Hessen ein separates Ticket nötig ist. Pendler profitieren oft von Monatskarten mit integrierter Fahrradoption, die sich schnell rechnen kann. Außerdem bieten einige S-Bahnen spezielle Mehrzweckbereiche für Fahrräder – hier teilen sich Fahrräder, Kinderwagen und Rollstühle den Platz, weshalb Rücksichtnahme wichtig ist.
Bei grenzüberschreitenden Fahrten, etwa nach Österreich oder in die Schweiz, gelten oft eigene Regelungen. Deshalb sollte die Buchung hier möglichst früh erfolgen, da internationale Züge weniger Fahrradplätze haben. Zusätzlich ermöglichen manche Anbieter eine durchgehende Reservierung inklusive aller Teilstrecken, was besonders bei komplexen Verbindungen hilfreich ist. Mehr Informationen finden Sie auch auf den offiziellen Seiten der ÖBB oder SBB.
| Verkehrstyp | Preis | Reservierungspflicht |
|---|---|---|
| Fernverkehr | 9,50 € | Ja |
| Nahverkehr | 0–6 € | Je nach Verbund |
| International | 7,99–14,99 € | Meist ja |
Laut Deutsche Bahn wurden 2024 rund 1,3 Millionen Fahrräder im Fernverkehr transportiert – ein Plus von 18 % gegenüber 2023. Besonders im Freizeit- und Tourismusbereich steigt der Trend, Bahn- und Radreisen zu kombinieren. Pendler nutzen zunehmend Fahrräder für die ‘letzte Meile’ zwischen Bahnhof und Arbeitsplatz.
Darüber hinaus verzeichnet auch der Nahverkehr einen deutlichen Zuwachs, vor allem in Ballungsräumen mit gut ausgebauter Radinfrastruktur. Der ADFC berichtet, dass 2024 rund 4,8 Millionen Fahrräder in Regionalzügen mitgeführt wurden. Dieser Trend wird durch das wachsende Interesse an nachhaltigen Reiseformen und die steigende Zahl von E-Bikes unterstützt. Außerdem profitieren touristische Radfernwege wie der Elberadweg von der guten Anbindung an den Bahnverkehr, wodurch mehr Reisende kombinierte Rad- und Zugtouren planen.
| Jahr | Transportierte Fahrräder (Fernverkehr) | Wachstum |
|---|---|---|
| 2023 | 1,1 Mio. | – |
| 2024 | 1,3 Mio. | +18 % |
Die Reservierungspflicht im Fernverkehr ist sinnvoll, um Chaos zu vermeiden. Wichtig ist jedoch, dass genügend Plätze vorhanden sind – vier pro Zug sind das absolute Minimum.
— ADFC
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Seit 2024 können Fahrradplätze direkt über die DB Navigator-App oder die Website gebucht werden. Neu ist die barrierefreie Anzeige von Fahrradabteilen und Einstiegsbereichen auf Bahnsteigen – hilfreich für mobilitätseingeschränkte Reisende.
Weitere Entwicklungen:
Zusätzlich hat die digitale Buchung den Prozess deutlich vereinfacht: Statt am Schalter oder telefonisch zu reservieren, können Reisende nun in wenigen Klicks ihren Fahrradplatz sichern. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, Sitzplatz und Fahrradstellplatz gleichzeitig zu buchen, sodass beide nahe beieinander liegen. In der App wird zudem angezeigt, welcher Wagen den Fahrradbereich enthält und wo sich die Türen mit breiterem Einstieg befinden. Außerdem testen einige Pilotprojekte QR-Codes auf Bahnsteigen, über die Reisende spontan prüfen können, ob noch freie Stellplätze verfügbar sind. Diese Transparenz trägt erheblich zur besseren Planung und stressfreieren Anreise bei.
Wer mit dem Fahrrad reist, sollte genügend Zeit für den Einstieg einplanen. Besonders in großen Bahnhöfen kann der Weg zu den Fahrradabteilen mehrere Minuten dauern. Deshalb ist es empfehlenswert, das Fahrrad vor der Reise auf technische Sicherheit zu prüfen – lose Teile oder schlecht befestigte Taschen können während der Fahrt Probleme verursachen. Für E-Bikes sollte der Akku vor der Fahrt geladen und sicher befestigt sein. Außerdem ist es bei internationalen Reisen ratsam, sich über die Mitnahmebedingungen im Zielland zu informieren, da dort oft andere Sicherheitsstandards gelten.
Für mobilitätseingeschränkte Personen bietet die Bahn spezielle Services:
Diese Services sind besonders wichtig für Reisende, die ihr Fahrrad als Mobilitätshilfe nutzen.
In vielen Bahnhöfen wurden in den letzten Jahren die Bahnsteige modernisiert, um stufenfreie Zugänge zu ermöglichen. Außerdem erleichtern Fahrstühle und Rampen den Transport schwerer oder sperriger Fahrräder. Die Bahn bietet zudem einen kostenlosen Mobilitätsservice, bei dem geschultes Personal beim Ein- und Aussteigen hilft – dieser Service muss jedoch mindestens einen Tag vorher angemeldet werden. Für sehbehinderte Radfahrer gibt es taktile Leitsysteme auf Bahnsteigen, die den Weg zu den entsprechenden Einstiegsbereichen weisen. Schließlich ist das Ziel, allen Reisenden die Kombination aus Bahn- und Fahrradnutzung barrierefrei zu ermöglichen.
Die DB plant bis Ende 2025 auf allen Strecken Fahrradstellplätze anzubieten, inklusive Nachrüstung älterer Züge. Mit steigender Nachfrage wird erwartet, dass Fahrradabteile größer und komfortabler werden.
Darüber hinaus wird diskutiert, ob in stark frequentierten Zügen zusätzliche Stellplätze durch flexible Sitzplatzbereiche geschaffen werden können. Künftig könnten auch modulare Abteile eingesetzt werden, die je nach Tageszeit zwischen Sitz- und Fahrradnutzung wechseln. Außerdem ist im internationalen Bereich geplant, die Buchungssysteme zu harmonisieren, sodass Reisende mit nur einer Reservierung mehrere Länder durchqueren können. Auch die Integration von Ladeinfrastruktur für E-Bikes wird weiter ausgebaut, um längere Radreisen mit Zugunterstützung attraktiver zu machen. Weitere Details finden Sie auf der offiziellen DB-Website.
Wir investieren in neue Fahrradabteile und digitale Buchungssysteme, damit Reisende schnell und einfach sehen können, ob ein Stellplatz verfügbar ist.
— DB-Sprecherin
Die Fahrradmitnahme im Zug ist 2025 deutlich einfacher und komfortabler geworden, erfordert aber je nach Verkehrstyp Planung. Wer frühzeitig reserviert und die regionalen Regelungen kennt, reist stressfrei – und trägt zugleich zu einer klimafreundlichen Mobilität bei. Egal ob Pendler, Familie oder Tourist: Die Bahn bietet immer mehr Möglichkeiten, Rad und Zug optimal zu kombinieren.
Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Staus, geringere Umweltbelastung und die Freiheit, auch abgelegene Ziele zu erreichen. Außerdem wird die Fahrradmitnahme durch neue digitale Buchungssysteme, verbesserte Abteile und klarere Regelungen zunehmend zu einem selbstverständlichen Bestandteil moderner Mobilität. Wer sich informiert und vorbereitet, kann die Reise entspannt genießen und gleichzeitig einen Beitrag zu nachhaltigem Reisen leisten.